Schock-Diagnose: homosexuell – Wenn der eigene Sohn schwul wird
So lautet die Überschrift zu dem mich erschütternden Artikel des Autoren Frank Torthoff auf dem Blog: Eltern-im-Netz.de.vu.
In der Pubertät spielen die Hormone verrückt. Ein Kind entdeckt die eigene Sexualität und wird experimentierfreudig. Doch was passiert, wenn das Kind auf die sexuell verkehrte Bahn gerät? [...]
So schreibt dieser “Mensch” in seinem Artikel über die Selbstfindung eines Jugendlichen und den Umgang seiner Eltern mit dieser – von dem Autor so genannte – geistige Krankheit.
Ich war wirklich geschockt. Es ist nicht so, als würde ich das Unwissen vieler der Menschen nicht jeden Tag am eigenen Leibe spüren – was mir bereits auch öftere Male zuvor Anreiz zum bloggen gab – aber diese Überzeugtheit, dieses krankhafte intolerante Verhalten … schockiert doch immer wieder aufs Neue.
Ein Autor, der in seiner Arroganz erstickt und derweil grundsätzlich übersieht, ob seine Artikel überhaupt auf Grundlagen belegen. Er schreibt einfach seine nutzlosen Gedanken gemischt mit einem nicht vorhandenen Allgemeinwissen über sein Thema und der fehlenden Mühe zur Sammlung von Informationen in einem unerträglichen Schreibstil nieder.
Ich habe nichts gegen einen unsachlichen Schreibstil, aber ich habe einen Problem mit einem Geschmacklosen.
[...] Einer der beiden hält eine Haschischzigarette (“Bong”) in der Hand, an [...]
Eine Haschischzigarette bezeichnet man nicht als Bong. O_O
[...]
In einer Datei vom 27. April 2007, noch lange vor seinem Outing, werden Marcels homosexuellen Tendenzen deutlich:“Mittlerweile fühle ich mich besser, die Zahnschmerzen haben endlich nachgelassen. Oh Gott, wie ich mich freue, dass das endlich vorbei ist. Jetzt kann ich mich endlich wieder auf die Schule konzentrieren, so, wie meine Eltern es wollen. Ich habe heute mal im Internet wegen dem Praktikum beim Friseur nachgeguckt, da gibt es wirklich einige freie Stellen. Vielleicht rufe ich da in den nächsten Tagen an und frage nach, ob die noch einen Helfer gebrauchen können.”
Wie es in der Schwulenszene typisch ist, schreibt Marcel hier in einer Art Geheimsprache, benutzt viele Synonyme, um Schlüsselwörter zu umschreiben. Ein Verhalten, das man bereits von Drogenabhängigen kennt: Reizwörter werden gemieden, weil sich der Süchtige selbst nicht eingestehen will, [...]
[Der zitierte Text im Zitat ist ein Ausschnitt aus dem Tagebuch des Sohnes Marcel, welches der Autor ohne Erlaubnis des volljährigen schwulen Sohn auf dem Rechner von diesem gelesen und danach vernichtet hat. - Frechheit.]
Ich bin mir sicher, dass meine homo- und heterosexuelle Leser wissen, wie geschmacklos diese Behauptung ist / wie geschmacklos es ist uns Homosexuelle mit Drogenabhängigen zu vergleichen.
Wir lieben. Wir lieben und leben. Wir lieben und leben mit einem anderen Mensch, dem wir vertrauen können, dem wir uns anvertrauen wollen.
Was unterscheidet uns bitte so gravierend von Heterosexuellen Menschen, dass wir bereits mit Drogenabhängigen verglichen werden? Was unterscheidet uns, dass unsere sexuelle Ausrichtung als Krankheit bezeichnet wird?
Derweil kam diese Ansicht doch nur mit der Entwicklung in Richtung Neuzeit. Da war doch im antiken Griechenland die Homosexualität ein Teil der Kultur, oder möchte mir hier einer widersprechen?
Doch wie ist es überhaupt soweit gekommen? Die ersten Anzeichen für Marcels Homosexualität wurden schon vor einigen Jahren deutlich, er war damals erst 17. Karl erinnert sich: “Marcel fing an, sich komisch zu verhalten. Er interessierte sich überhaupt nicht für Mädchen, wie es der Rest seiner Freunde tat. Wenn sie ausgingen, verkroch er sich meistens nur im Zimmer, schloss die Tür ab, war isoliert. Wir kamen gar nicht mehr an ihn heran.” Ab da wurden die Symptome immer deutlicher: Marcel kleidete sich von Woche zu Woche immer femininer und wurde zunehmend sentimentaler. [...]
Das kann ich mit Leichtigkeit dementieren. Es sind doch nämlich keine Anzeichen für Homosexualität, die der Autor hier aufzählt. Für mich gleicht es eher einer Ansammlung von verzweifelten Griffen nach vermeintlichen Zeichen für die Homosexualität.
Er sollte seine Aussage doch mal revidieren und sich umschauen in der Welt. Es gibt zahlreiche Männer, welche Heterosexuell sind und sich absichtlich gar ganz und gar weiblich Kleiden, weil es ihnen gefällt.
Ich könnte auch viele Männer heranziehen, welche einmal Gefühl aufbringen und das während ihre Ehefrau neben ihnen steht.
Doch wenn ihr das letzte Zitat lest, welches diesen Blogeintrag abschließen soll, werdet ihr doch nochmals einen letzten starken Eindruck in die Einstellung des Autors gewinnen.
[...] Ich verabschiede mich von den beiden Eltern und wünsche ihnen noch viel Glück mit ihrem Homo-Sohn, rate ihnen gleichzeitig noch dazu, eine Klinik aufzusuchen, in der Homosexuelle untersucht und in 72% der Fälle sogar geheilt werden können. Sie bedanken sich, dann bringen sie mich zur Haustür. Kurz bevor ich gehe, fällt mir noch ein Bild im Flur auf. Es zeigt Marcel, wie er jetzt aussieht: Kurz geschorene Haare, Ohrring, enges Oberteil. In seinem Gesicht ist kein Lächeln mehr zu erkennen, kein Ausdruck. Marcel hat ihn verloren, den Kampf gegen die Homosexualität, und er weiß es.
ANHANG:
Ich habe diesen Internetauftritt nun ganz gleich dem Herrn John – Besitzer dieses Bloges – werde euch über den Verlauf in Kenntnis setzen.
Nachtrag:
Die Seite ist derzeit offline und die Seite romeoundjulian.de kümmert sich sehr nachtrüglich um die Abschaffung dieser Seite.