Schrecklich zu erleben…

March 1st, 2010 § 5

Eigentlich sollte es doch nur das Ende eines Tages sein…

Doch ich habe wieder Anlass zum bloggen. Manch lesewillige wird das freuen, aber ob man sich nach dem Lesen auch noch freut.

Wie manche von euch vielleicht auch schon in dem Eintrag Praktikum – Karriere gelesen haben, wollte ich ja eigentlich diese Woche ein Praktikum machen. Der für solche Entscheidungen zuständige Konrektor hat mir das aber verweigert, obwohl mein Klasse zu diesem Zeitpunkt nicht einmal da ist. Er war angepisst, weil ich den von der Schule angebotenen Ausflug nicht mitmache und somit musste ich mich nach einer langen hin und her Diskussion dazu breitschlagen lassen, dass ich mich in eine andere Klasse setze. Er fügte auch noch an, dass ich, da ich mich ja sozial gern engagiere, die Klasse zusammenführen kann usw. Idiot. O_O

Heute habe ich somit das erste Mal meine Klasse für diese Woche gesehen.
Es schien mir ja anfangs eine normale 8. Klasse zu sein, aber ich musste schnell feststellen, dass das ganze eher einem Trümmerfeld gleicht.

Fangen wir von Anfang an.
In der ersten Stunde, hat mir ein kleines Mädchen einen Zettel zu geschoben. Ich hab mich gefühlt, wie in der 6. Klasse. *_*
Sie wollte eigentlich nur wissen, was ich hier mache und wie ich heiße.
Nachdem der Zettel dann ein paar mal hin und her gegangen war und wir Fragen über ihren Ausflug nächste Woche usw. geklärt hatten. Kam dann ein Zettel mit in etwa folgendem Kontext:
Ja, die Jungs aus der Klasse haben glaub was gegen dich, weil die denken, dass du schwul bist und so. Denk dir nix bei.
Die neben mir ist die Außenseiterin der Klasse, die mag keiner. Ignorier sie einfach.
So in etwa ging das ganze dann weiter.
Worauf ich sie nur gefragt habe, ob das jetzt die Spielregeln/Hinweiße für die kommende Woche wäre…
Es war ihr ernst und das sollte ich selbst früh genug merken.

In der ersten Stunde wurde auch ein Problem mit einem Lehrer besprochen, der sich bei der Klasse anscheinend nicht durchsetzen kann… :/

Der restlich Tag verlief dann, wie folgt…

Die Stunden verstrichen dahin.
In einer Mathestunde hat es die Klasse nicht übertriebene gefühlte 100x geschafft, meinen Namen zusammen mit einen Synonym für meine Homosexualität durch die Klasse zu brüllen.

[Ich habe mich nie geoutet in der Klasse und ich möchte hier auf den Artikel Laubfeuer - Metapher hinweißen]

Die Reaktion des Lehrers war darauf, dass das jetzt die letzte Verwarnung wäre, aber das war sie ca. 4x und es passierte Nichts… :/

Die Klasse hätte heute eigentlich auch Englisch-Schulaufgabe geschrieben, diese wurde aber um einen Tag verschoben, weil die Schüler wegen ihrem miserablen verhalten nicht gelernt hatten und die Lehrerin so nett war zu verschieben…

Eine Stunde verbrachte die Klasse in dem Informatikraum, welche sie aber auch nicht mit dem Unterrichtsstoff füllten, sondern die Zeit lieber auf einem eigens eingerichteten Webinterface mit einander kommunizierten.

Sie haben auch die Begabung eine ganze Stunde lang durch zu rülpsen, was sie – nach Aussagen des Lehrers – heute nicht das erste Mal machten.

Ich wurde gefragt, ob ich AIDS hätte. Anscheinend verbinden sie, das Wort schwul von dem sie gar nicht wissen, was dahinter steckt, mit AIDS. Nachdem ich die Frage mit > Nein. < Beantwortet hatte, wurde ich gefragt, ob meine Verwandtschaft das hätte. Ich verneinte - irritiert von der Dummheit - auch diese Frage. Wurde darauf aber gleich gefragt, ob ich oft Analsex hätte. Selbstverständlich kamen noch weiter fragen die sich darauf bezogen, ob ich auf den ein oder anderen Typen aus der Klasse stehen würde. :/

Jetzt kommt es für dich am schmerzvollsten Teil.

Die oben bereits erwähnte so genannte “Außenseiterin”, die einen schönen Namen und zwar Christina hat, kriegt von mir tausend Tränen geschenkt für das, was sie in dieser Klasse erleben muss. :´(
Nach ihrem Aussehen würde ich sie oberflächliche so einschätzen, als käme sie nicht aus einem reichen Elternhaus. Ich würde aber auch vermuten, das sie ein netter und nicht erzorniger Mensch ist. So wie sie sich gibt und arbeitet, schätze ich sie auch eher für intelligent ein. Das könnte aber auch schon ein Anreiz für Neid in der Klasse sein und das in Verbindung zu ihrem Aussehen, ist es – so traurig, wie es ist – für die heutige Jugend ein Anreiz sie zu misshandeln. Misshandeln ist ein hartes Wort, aber ich schreibe hier über einen Zustand bei dem das Mädchen von ihren aufgezwungenen Klassenkameraden ihrer Jacke beraubt wurde. Sowohl als auch ein so genanntes Waveboard wurde ihr entrissen. Dieses Waveboard wurde auf den Boden geworfen, so das sie Sorgen um den Zustand haben musste. Ihre Jacke wurde auf dem Boden hin und her gezogen. Ihr von ihr liebevoll genannten “Ohrwärmer” flogen mehrmals durch das Klassenzimmer geworfen, so das sie vergeblich, ihren Gütern hinterherlief… :/
Sie hat den Lehrer auf das verschwinden ihrer Kleidung und co. hingewiesen, aber dieser hat sie nur damit vertröstet, dass sie nach der Stunde danach suchen würden.
Es gibt in dieser Klasse – leider ungelogen – keinen einzigen, der auf ihrer Seite steht. Sie ist allein und kämpft.

Ich mache hier einen Schlussstrich, weil ich denk, dass das als Einblick reicht. :/
Ich weiß nicht mal, wie ich eine Woche in diesen unerträglichen Zustand verbringen soll, wenn sie mich weiter so behandeln.
Christina verbringt darin aber Momentan ihr ganzes Leben und ich weiß genau, dass meine Schule es nicht anbietet, dass man die Klasse wechselt, weil es nicht in ihr System passt.

Was ich noch anfügen möchte, damit ihr nicht denkt, dass ich tatenlos dran saß. Ich habe Christina gefragt, welche Jacke den ihre wäre, aber sie wollte mir keine Antwort geben, weil sie wahrscheinlich dachte, dass ich auch nicht auf ihrer Seite wäre. Ich bin einfach ihrem Blick gefolgt und hab ihr die Jacke wieder zurück gebracht, die die restliche Klasse davor über den Boden schleifte…. :/ Ich durfte mir von der Klasse Kommentare, wie > uhh… Sevi, der Kavalier. < anhören, aber das war mir - auf Deutsch gesagt - sch*** egal.


Abends. Gleis 4.

February 15th, 2010 § 3

Der Mensch. Ein intelligentes Wesen?
Ich schreibe oft über meine Erfahrungen mit der Menschheit und über DIE WELT UM MICH. So möchte ich auch dieses Erlebnis euch erzählen.

Es war Gleis 4 des kleinen Bahnhofes in Kaufering. Der Zug war bereits eingefahren und ich musste nur in ihn umsteigen.
Ich folgte dem geraden Verlauf des Bahnsteigs bis zur vordersten Tür. Nachts. Es war dunkel. Die Uhr schlug Punkt 9.

Es war gedacht, einzusteigen und mich zu setzen, um durch die ruhige Nacht mit einem fast verlassenen Zug getragen zu werden. Nicht weit. 10 Minuten würde die Fahrt dauern.

Im Endeffekt stieg ich ein und wurde begrüßt.
Ich wurde begrüßt von den Insassen des Zuges. Es waren nicht viele – wie gewartet – an der Zahl genannt 4 Personen.

Man hätte an diesen 4 Personen viele Anhaltspunkte gehabt sie allein Optisch in eine Schublade zu stecken.
Sie waren alle sichtlich über 20 Jahr. Sie trugen allesamt sehr weite Hosen. Sie hatten einen aus dem Volksmund gesprochen > Hopperstyle < und einer von ihnen war schwarz. Ausländer. Ihm wurde - dem Anschein nach - Bayern gezeigt.

Sie ließen mir aber nicht die Zeit sie Optisch in Schubladen zu stecken. Sie steckten sich selbst in Schubladen. Verbal.

Die Begrüßung war von einem der netten Herrn: > Boar, schau dir mal das Opfer an. <
Ein weiterer führte hinzu: > Der ist ja voll Gothic. <

Ja mein Stil ist vielleicht Geschmacksache, aber ich bin alles andere als Gothic. :/ Hier ist mal wieder der Satz zutreffend. Untat der Welt: Individualismus.

- Ich möchte hier einen cut in dem Verlauf dieses hoch niveauvollen Dialog setzen. Ich hörte weiter nicht wirklich aufmerksam zu.

Später sollten die netten Herren aber wieder meine volle Aufmerksamkeit bekommen. -

Die Zug fahrt war, wie erwartet, nur von kurzer Dauer. Sie endete aber auch für die 4 Herren.
So standen sie an der Tür. Ich nun auch. Behutsam. Auf Abstand. Wartend. Bis sich die Tür öffnete.
Ich wurde am Bahnhof erwartet, so wusste ich, dass ich nun bald nicht mehr allein wäre und diese Gedanke half mir auch durch die letzten Sekunden bis zur Ankunft.
Die netten Herren – noch immer mit viel Niveau und anstand – bekam, wie erwähnt, meine Aufmerksamkeit wieder.
Kommentare wie: > Ich hätte in dieser Hose angst um meine Eier. <
Oder: > Wenn der noch weiter so schaut, schlag ich ihm eine aufs Maul < und die Zustimmung der Anderen.
Liesen einen prägnanten letzten Eindruck von weiteren 4 netten Menschen auf dieser Erde.

Ich hatte eine Röhrenjeans an, ja. Ich brauche dabei aber nicht um meine Männlichkeit zu fürchten. Eher hätte ich Angst in einer Baggy über mein Eigen zu stolpern. Ich habe gewiss nicht dümmer geschaut, als die 4 zusammen.

Ich habe früher immer ein Messer mit mir geführt, da ich aus der Kleinstadt Kaufbeuren komme, die sowohl für unsere hl. Crescentia bekannt ist, als auch durch Gangs, Drogendeal, Mafia und co.

Aber was bringt mir schon ein von dem deutschen Gesetz aus erlaubte Waffe, gegen 4 größere Menschen.

Ich bin bis jetzt ein mal wegen meinem Aussehen ernsthaft verschlagen worden und ich wohne noch immer neben dem Ort des Geschehens, aber auch nur bis ich endlich meine Schule fertig habe.

Ein anderes Mal bin ich wegen den oben genannten Gangs in eine Schlägerei geraten, weil sie einen unserer Schulbälle nieder machen wollten.

Ein anderes Mal ist mir die Hand ausgerutscht, als mal wieder einer was gegen meine Homosexualität gesagt hat, aber er hat dazu gelernt. Trotzdem bin ich nicht stolz drauf und möchte damit hier eigentlich auch nicht hausieren. Würde es nicht wieder machen.

Muss ich befürchten irgendwann ernsthaft in Gefahr zu geraten?

Erinnert ihr euch noch an die Werbung > Du bist Deutschland< ?


Lustige Menschen bietet die Welt.

February 8th, 2010 § 6

Es ist interessant.

Es? Die Dummheit mancher Menschen, doch zum Schmunzeln bringt sich mich gar. :)
Ein kleiner Mann, vielleicht von 13 Jahr, stand heute vor mir ganz und gar. Da zeigen wollte er mir sein Mächte zu belustigen unser Volke. :)


Ich weiß ja auch nicht. :)
Der kleine Mann wollte seinen Freunden etwas beweisen und hat ein neues Ladekabel gebraucht.
So stand der kleine Mann vor mir mit dem Wissen über meine Sexualität, da ich ja – gezwungen dazu – in einer Kleinstadt lebe und so alle informiert wurden. Er wollte mir darlegen ein Schauspiel um zu gewinnen die Wette mit seinen Freunden.

Stellt euch mal vor:
Dieser kleine Mann steht also vor euch und greift sich mit beiden Händen in den Schritt und formuliert folgende Worte: “Ich bin auch schwul, wie wäre es mit uns?”
Lustig. ^^
Stellt euch zudem vor:
Der kleine Mann bekommt nicht genug. Steht wieder vor euch und schleckt sich den Zeigefinger und fährt lasziv über seinen gar und gar nicht gereiften Körper.
Lustig. xD

Dieser nette Herr war es ja leider nicht. :-p

(Quelle: Styleranking)


Where Am I?

You are currently browsing entries tagged with Mitmenschen at Briwsion.