Ich bin fertig.

February 2nd, 2010 § 3

Ich möchte damit aber nicht sagen, dass ich eine Aufgabe fertig erledigt habe. Nein. Ich möchte damit grundlegend über mein Leben nachdenken.

Ich habe überhaupt lange überlegt, ob ich so was bloggen soll, aber ich wüsste nicht, wie ich mir sonst die Mühe machen könnte, wirklich intensiv und bewusst nach zu denken. Ich brauche da einen kleinen Zwang und der Hintergedanken, dass es jemand lesen könnte, reicht.

Ich fühle mich, als hätte ich langsam die Spitze der Unlust auf das Leben erreicht.
Angefangen hat das ganze gar schon, als ich ein kleines Kind war. Dick. Das Mobbing-Opfer. Unter Tränen von den Eltern in einen Fußball-Verein gezwungen, welcher für mich noch mehr Mobbing außerhalb der Grundschule und einmal gar Schläge bedeuten sollte.
Infolge hatte ich mich an eine Ernährungsberatung gewannt und mein Übergewicht verändert. Schlank. Elegant.
Nicht lang war ich frei von Hänseleien. Schon bald sollte ich, gereift durch Erfahrungen und tiefere Gedankenzüge merken, dass meine Sexualität nicht der Norm entspricht. Somit sollte es auf der weiterführenden Schule wieder Anfangen. Schwul. Extrovertiert. Liberal.
Verstehen wollte es nicht jeder. Das wollen es immer noch viele nicht.
Täglich. Die Frage > Bist du schwul? <
Chorrufe. > Schwuchtel. <
Bei mir…. Verdrängung.
Es ist leicht sich anfangs selbst zu belügen. Zu sagen, dass man selbst keine Probleme bei seinem Outing hatte und es Alle gut aufgenommen haben.
Es ist schwerer sich nachher der Realität zu stellen. Gezogen hat das ganze mich in eine Essstörung. Magersucht. Bulimie. Selbsterkenntnis führte hier nach einem zu langen Lebensabschnitt mit dieser Krankheit am Höhepunkt zur Heilung. Erleichterung auch bei Verwandten&Freunden. Geheilt bin ich deswegen leider noch immer nicht. Ich hasse Essen grundsätzlich, aber ich weiß mittlerweile wieder, was mir schmeckt. Nachdem ich die Erkrankung erkannte, habe ich eigentlich nur Schokolade gegessen, weil ich nicht wusste, was&wie&wo.
Ein Ende in Sicht? Wohl kaum.

Menschen ändern sich nicht. :)
Ich habe meine Freunde. Zu schätzen sind sie sehr. Viele aber der Mitmenschen verstehen nicht, wie man in unserem System leben sollte, damit es funktionieren würde. :/
Nun steh ich hier. Voller Angst erfüllt. Ich selber könnte mich nicht umbringen. Es erschreckt aber, zu hören, wie sich Menschen im Verwandten-&Bekanntenkreis das Leben nehmen oder langsam mit Alkohol verseucht dahin vegetieren. Ich muss mir die Frage stellen > Was ist, wenn ich i-wann den Punkt erreiche an dem ich das auch könnte? <
Ich habe mir hin und wieder die Illusion aufgebaut, wie es wäre ein neues Leben anzufangen. In einer Großstadt, welche dir wenigstens an öffentlichen Orten scheinbar unter der Menschenmasse einen Schutz bietet. In einer Kleinstadt, wie Kaufbeuren, kennt doch jeder jeden. Doch könnte ich auch nicht meine Freunde zurücklassen. :/ Halt geben sie mir zu oft.

Mir fällt gerade auf, es ist zum Teil gemildert. Wieso? Weiß ich auch nicht… :/
Geschriebenes ist trotzdem alles wahr.

Ende. Briwsion.


Where Am I?

You are currently browsing entries tagged with Depression at Briwsion.